Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Wegen meiner nachlassenden Hörkraft trage ich Hörgeräte, um mein Gegenüber besser zu verstehen. In einer lauter werdenden, reizüberfluteten Welt wird die Aufmerksamkeit vieler Leute zusätzlich durch funktionelle Ohrstöpsel beeinträchtigt.
Diesen Mix von Gehörtem- Sprache, Musik, Lärm -müssen wir ständig filtern. Ob wir immer zwischen Wichtigem und Unnötigem unterscheiden können? Einen Teil des Gehörten ignorieren wir, anderes deuten wir um. Umgekehrt ist es mitunter schwierig, dass wir uns anderen mitteilen können und wir auch verstanden werden.
Seit Jesu Zeiten hat sich – meiner Meinung nach – beim Hören und Gehörtwerden nichts geändert.
Interessante Themen mit attraktiven Rednern finden ihre Zuhörer. Ein aufmerksames persönliches Gespräch braucht bis heute eine ungestörte Umgebung.
Bei jeder Messfeier werden im Wortgottesdienst verschiedene Bibeltexte vorgelesen. Ansprechend wird eine Lesung dann für mich, wenn eine beschriebene Situation mein eigenes Leben berührt. Am Palmsonntag wurde heuer z.B. die Leidensgeschichte durch einfließende Berichte von persönlichem Leid lebendig und unmittelbar.
Besonders bewegend sind jene Schriftstellen für mich, die Jesus in seiner aufmerksamen Begegnung mit Hilfesuchenden beschreiben. Er übergeht keine Bitte, er ignoriert keine der an ihn gestellten Fragen.Und Jesus ermutigt bei jedem Treffen zu einem Neuanfang. Er zeigt den Geheilten den Weg, die Richtung.
Wie oft haben die Jünger Jesu Wort und sein Beispiel nicht verstanden. Sie konnten und wollten nicht immer hören. Das ist tröstlich, wenn auch wir Jesu Wort nicht gleich begreifen. Bitten wir Jesus voll Vertrauen, dass wir ihn und unsere Mitmenschen besser verstehen.