Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Wer erbittet noch, was ohnehin beansprucht ist oder berechtigt erscheint? Wohnung, Kleidung, Arbeit, Gesundheit- wirklich alles selbstverständlich?
Kürzlich habe ich mir beim Vaterunser einige Gedanken gemacht, weil ich mich ertappte, dieses Gebet automatisch herunterzusprechen:
VATER UNSER
Vater, dich kenne ich nicht, aber dein Sohn ist mir bekannt.
Er schwärmt oft von Dir in höchsten Tönen.
DER DU BIST IM HIMMEL
Wo ist dieser Himmel? Dein göttlicher, menschgewordener Sohn Jesus weiß es.
Er hat häufig vage Andeutungen darüber gemacht.
Dein versprochener Geist, der bis heute Menschen erfüllt, muss das Himmlische
in „begeisterten“ Menschen sichtbar machen können.
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME
Sorry, das Heiligen muss Jesus machen- ich kann es nicht, genauso wenig die
Theologen oder Philosophen. Jetzt geht doch alles über das Hörensagen.
Staunen können wir. Bei mir läuft alles über Jesus.
Bitte begeistere uns möglichst oft.
DEIN REICH KOMME
Jesus hat es erwähnt, dieses andere Reich, in dem wir an deinem Tisch sitzen
werden und wo du uns eine Wohnung vorbereitet hast. Klingt großartig.
Ganz in Weiß, viele Engel, kein Hunger und Durst im Paradies?
Wie unvorstellbar ist dein Reich…
DEIN WILLE GESCHEHE WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN
So sprach Jesus, dein Sohn und unser Bruder vor seinem Leiden. Manchmal gibt
es Interessenskonflikte, wenn uns der Staat, die Firma, meine Frau sagen,
was zu tun ist. Unbekannterweise werde ich daher auf deinen Sohn hören, was
er uns zu tun aufträgt.
Du weißt, wie selbstverständlich ich vieles nehme. Bitte bleib bei uns, Herr!
