Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Jeder Urlaub kann völlig planlos und „spontan“ ablaufen, diese besondere Zeit kann aber auch vorbereitet werden. Dann werden Ziele besprochen, der Ablauf wird überlegt und Manches lässt sich bereits im Vorfeld erledigen. Innsbruck war heuer eines unserer Urlaubsziele. Mit Zug, ohne Autobahnstress, ohne Parkplatzsuche. Die Glockengießerei Graßmayr liegt noch dazu bahnhofsnahe. Wir konnten dort eine Führung vorreservieren, ebenso haben wir die Bahnkarten online gekauft und waren über die Zugabfahrtszeiten informiert.
Nicht nur Urlaubstage lassen sich gestalten, auch jeder andere Tag kann spirituell strukturiert werden. Jeder vollgepackte Tagesablauf bietet kleine Zeitfenster.
Es geht nicht um krampfhaftes Nachmachen mönchischer Lebensformen, es geht um die fixen Berührungspunkte, an denen ich Kontakt zu Gott herzustellen versuche. Gebete sind nicht nur formelhaft, Gott versteht jede Ausdrucksweise und jeden Gedanken, der Dank oder Bitte oder einfach unser Staunen über seine Größe in uns hochkommen lässt.
Manchmal werden wir für Gott im Zeitplan sein, dann wieder gibt es Verspätungen oder ein totales Vergessen unserer guten Vorsätze. Mein Herr und mein Gott kennt mich! Ein Blick zum Kreuz, wenn ein besorgtes, gekränktes, trauriges Gesicht unseren Weg kreuzt. Ein kurzer Gruß, der dem Anderen Aufmerksamkeit signalisiert. Oder wie auch immer.
Viele Menschen tragen Lasten in sich, ohne dass dies irgendjemand erahnen könnte. Ich mag Schutzengel und ich beschäftige sie sehr gerne, damit sie sich um solche Menschen kümmern.
Klingt ihnen das alles kindisch und lächerlich – bitte lachen Sie ruhig. Jesus mochte Kinder….
