Herden bewegen sich

Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat


Bei Herden, Schwärmen, Rudel, Menschenmassen geht es immer um eine große Zahl. Diese kann überschaubar oder unkontrollierbar sein, kann sich zivilisiert oder gewalttätig verhalten. Jeder kennt Demonstrationen oder riesige Musikfestivals als Zusammenkünfte von Gleichgesinnten…

Zu Jesu Zeiten waren es bloß Tausende, die sich im Freien um ihn versammelten, um ihn zu hören. Sie staunten, diskutierten, stritten, aßen und tranken dabei.

Neugierige, Begeisterte und auch Gegner kamen zu solchen Treffen. In Rom versammeln sich am Petersplatz immer wieder -zigtausende Menschen, um den Papst zu hören. Nicht nur Gläubige kommen, um an diesem besonderen Erlebnis einer großen Gemeinschaft teilzuhaben. Am Karfreitag nehmen ebenfalls Tausende am Kreuzweg mit dem hl. Vater teil- ein ganz besonderes Gemeinschaftserlebnis.

Unlängst schrieb mir eine liebe Freundin von ihrem berührenden Lourdes-Besuch innerhalb einer riesigen Gläubigenschar.

Die Herde der Gläubigen ist in unseren Pfarrgemeinden klein geworden. Zahlreiche Studien haben die Ursachen zu finden versucht. Der Verlust an Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit „der Kirche“ ist bedeutsam, aber es haben sich auch unsere Verhaltensmuster geändert. Mehr ICH drängt das WIR spürbar zurück.

Jesu Wort und Beispiel sind gleichgeblieben, aber die Sprache von vorgestern wird nicht mehr verstanden, sie erreicht die Menschen nicht mehr.

Tradition als gelebter Stillstand widerspricht außerdem dem Verhalten Jesu. Begeisterung drängt immer zum Wandel. Auf Papst Leo – und auf uns alle- warten große Herausforderungen.

Wir können unsere Sinne schärfen und als Gläubige uns zuallererst wieder an Jesu Worten und seinem Beispiel orientieren. Lassen wir uns von Jesu Ruf begeistern!

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