Alleine – oder einsam?

Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat


Gleitschirm

Die sogenannten sozialen Netzwerke haben ein neues Gemeinschaftsverständnis geschaffen. Das Fehlen persönlicher Kontakte im virtuellen Raum hat Auswirkungen auf den zwischenmenschlichen Bereich. „Follower“ oder zahlreiche „Likes“ spiegeln keine Freundschaften. Mitgefühl, Wertschätzung oder Rücksichtnahme werden symbolisch angedeutet.

Die steigende Lebenserwartung geht mit Verlusten von Lebenspartner, Verwandten oder Freunden einher, was ebenfalls die Vereinsamung begünstigen kann.

Auch Streit und Kränkungen können zur Ursache für Rückzug werden.

Neben diesen unfreiwilligen sozialen Veränderungen hat der Wunsch nach Auszeiten zu einer Vielfalt an Angeboten geführt. Berufliche und private Überforderung verlangen nach Ausgleich.

Jesus hat sich nach seiner Predigttätigkeit immer wieder alleine in die Stille zurück-gezogen. Diese beispielhaften Auszeiten dienten Jesus der Erholung wie auch der inneren Harmonisierung und der Zwiesprache mit seinem Vater.

Da die Jünger diese Auszeiten Jesu bemerkten, baten sie ihn schließlich, auch ihnen das Beten zu zeigen.

Jesus wusste um die Gefahr der Erschöpfung, wenn Leistung zum Selbstzweck wird. Die Lebensharmonie zu erhalten dient dem eigenen Wohl und auch dem der anderen.

Seien wir achtsam, wie wir unseren Pflichtenkatalog erstellen und schärfen wir unseren Blick für die Anzeichen von Vereinsamung bei unseren Mitmenschen, deren stille Blicke oder leise Worte leicht übergangen werden.

Jesus ermutigt uns zur Mitmenschlichkeit!

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