Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Im Sommer fand ich in einer Kurierbeilage den Gastkommentar von Prof. Dr. Michael Musalek mit dem Titel: ES IST NIE ZU SPÄT: VOM MUT, SICH NEU ZU DENKEN. (15.08.2025):
„Ich bin halt so“- so klingt die Eigenbeschreibung einer persönlichen Erstarrung. Das Gegenteil ist hingegen wahr: bis ins hohe Alter können wir uns verändern, weil unser Gehirn nachweislich ein dynamisches, formbares Organ bleibt. Veränderung ist bis ins hohe Alter möglich, wenn natürlich die entsprechenden Umstände auch noch passen. Und diese Umstände betreffen die eigene Freude, betreffen die persönliche Entscheidungsfreiheit.
Offenheit macht uns bei Begegnungen lebendiger. Zugegeben, dafür müssen wir auch immer wieder unseren Mut aufbringen. Offenheit macht verletzlich, aber Offenheit schafft auch Raum für Neues. Wir können uns also den Herausforderungen stellen, wenn es Körper und Seele noch erlauben.
Veränderung ist möglich. Davon geht auch jedes Wort und jeder Bildvergleich Jesu aus.
Im Vertrauen auf ihn können wir uns öffnen, können wir-durch ihn ermutigt- unsere bisherige Lebensrichtung optimieren, sei es eine kleine Kurskorrektur oder aber ein radikaler Kurswechsel.
Immer wieder ergeben sich Gelegenheiten und Möglichkeiten, unser Leben zu ändern, zu verbessern. Jesus zeigt uns seinen Weg, er erklärt uns sein Menschen- und Gottesbild, er führt uns schrittweise in die Wahrheit ein, die sich trotz Lüge und Gewalt, Hass und Unfrieden noch immer behaupten kann.
Am Beispiel seiner Barmherzigkeit, seiner Großzügigkeit und Vergebung können wir Jesu bedingungslose Menschenliebe erspüren. In Jesu Nähe wird auch unsere Sehnsucht nach dieser Liebe wachsen.
Es ist also nie zu spät für einen Neubeginn.
