Bitte kommt zu Tisch!

Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat


Mahlzeit! Es ist schön, wenn sich Familie, Freunde, Kollegen bei Tisch zu einer Mahlgemeinschaft treffen. Zwar ist es nicht immer einfach, eine gemeinsame Zeit dafür zu finden, aber mit gutem Willen und einer Vorfreude ist es möglich.

Es stimmt mich betroffen, wenn ich im öffentlichen Raum Menschen beobachte, die stehend alleine irgendwo eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Schade, wenn sich diese Gemeinschaft eines Miteinander- Essens verflüchtigt.

Beim Durchblättern der Bibel ist diese Alltagsroutine eines Essens nicht erwähnt. Einladungen ja, Hochzeitsmahl ja, die Pessachfeiern ja, himmlische Gastmähler ja, und letztes Abendmahl ja, aber sonst ist wohl unsere Fantasie gefragt. Ohne die Details zu kennen, dürfen wir doch annehmen, dass Jesus mit seinen Jüngern oft gemeinsam gegessen hat.

Indem wir Brot und Wein gewandelt empfangen, erleben wir die unmittelbare Gemeinschaft mit dem allmächtigen und liebenden Gott, der uns erwartet, der mit uns beisammen sein will. Das Besondere dieses Festmahl ist, dass es keine Speisekarte gibt, keine Platzwahl, keinen Dresscode. Dieses Festmahl macht uns die Größe der göttlichen Liebe in der Menschwerdung Jesu sichtbar, spürbar, verkostbar.

Er ist es, der uns stärkt, uns ermutigt, uns reinigt und uns seine Mitmenschlichkeit kosten lässt.

Doch jetzt kommt der Sprung: beim letzten Abendmahl in Jerusalem wurden die Jünger beauftragt, dieses Gemeinschaftsmahl als Gedächtnisfeier für immer beizubehalten.

Wir alle sind zu dieser Gemeinschaftsfeier immer herzlich eingeladen. Nachdem Brot und Wein zu Fleisch und Blut Christi gewandelt wurden, sind wir zu Tisch geladen.

Jesus möchte sich mitteilen, er möchte uns Anteil geben an seiner Göttlichkeit.

Durch dieses Mahl wird unsere Gotteskindschaft ständig erneuert, wenn wir ihn vertrauensvoll empfangen. Bitte kommt zu Tisch!

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