Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Worte, Bilder umfließen und durchdringen uns laufend. Die hinterlassenen Eindrücke wirken in uns nach. Wir erleben gerade eine Umbruchzeit mit Verunsicherung und Orientierungslosigkeit. Bisher Gewohntes verschwindet, das Kommende steht noch im Dunkel. Die entstehenden Leerräume werden daher laufend aus Wirtschaft, Politik, Religion mit Empfehlungen für Konsumenten geflutet. Das Geschäft der Einflussnahme blüht.
Was soll ich tun – wofür mich entscheiden? Die Unterschiede zwischen richtig und falsch, gut oder schlecht sind durch blendende Verpackungen keineswegs immer klar erkennbar. Von allen Seiten gibt es den Druck: du kannst doch, du willst es, du sollst – und irgendwann bricht der Widerstand gegen die Einflüsterung, die Versuchung.
In diesem alle Grenzen überschreitenden Informationsfluss findet sich auch immer die Stimme Gottes in Menschengestalt durch seine Nachfolger. Diese Stimme hebt sich wahrscheinlich von vielem ab, wenn sie z.B. sagt:
Du musst nicht immer recht haben –
Du kannst auch schweigen –
Du musst manchmal auch für Gerechtigkeit eintreten –
Du sollst auch verzeihen können.
Jesu Maßstäbe für die Nächsten- und Gottesliebe wollen unsere Entscheidungen erleichtern, wenn „der Zeitgeist“ unsere Achtsamkeit, Gerechtigkeit, den Respekt und die Menschenwürde zu verwässern oder zu verdrängen sucht.
Wenn ich feststelle, dass ich außer mir bin, dann wird es höchste Zeit, dass ich wieder zu mir finde. Jesus weiß, wie schwerhörig und schlechtsichtig, wie gelähmt oder gefangen wir manchmal sein können.
Der Menschensohn hat Versuchungen kennengelernt. Bleiben wir ihm nahe und suchen wir die Fürsprache Mariens, wenn wir Unterstützung brauchen.
