Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Papst Leo XIV. hat die Bibelstelle vom blinden Bartimäus aus Jericho interessant gedeutet. Bartimäus schreit lästig laut nach Jesus. Niemand kann ihn zum Schweigen bringen, denn es ist ihm offensichtlich ganz wichtig, Jesus persönlich zu treffen.
„Sohn Davids, hab‚ Erbarmen mit mir“, so schreit er unaufhörlich.
Jesus reagiert und lässt Bartimäus rufen- er geht nicht hin. Denn Jesus weiß, dass der Blinde durchaus gehen kann. „Steh auf, er ruft dich,“ wiederholen die Umstehenden.
Darauf springt Bartimäus auf, wirft seinen Mantel ab und bewegt sich auf Jesus zu.
Auf die Frage Jesu „Was willst du, dass ich dir tue?“ antwortet Bartimäus: „Ich möchte wieder sehen können.“
Was ist nun der springende Punkt dieser Geschichte? Bartimäus ist mutig- er will von Jesus alles. Er bittet, ihm wieder sein Augenlicht zu schenken. Dabei muss er seine eigene Hilflosigkeit eingestehen.
Und wie würden wir reagieren? Vertrauen auch wir, dass der Herr unsere Bitten anhört und hilft? Jesus hört sicherlich unser Bitten, er hilft aber vielleicht nicht immer so, wie wir es erwarten.
Erinnern wir uns kurz, was Jesus damals macht:
Jesus berührt Hilfesuchende dort, woran sie leiden. Sei es Herzeleid, Schuldgefühle oder auch körperliche Beschwerden- Jesus nimmt die Last von diesen Menschen, die seine Hilfe suchen. Er befreit sie von ihren Verfehlungen und ihren beengenden Lebensumständen- und ermutigt sie zu neuem Leben.
Herr, gib auch uns den Mut, Dich jederzeit inständig um Hilfe zu bitten! Aber Dein Wille geschehe…
