Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Keine Angst, hier geht es um keine Kriegsgeschichte.
Vielmehr geht es heute um die Anstrengungen, Widerstände und Auseinandersetzungen auf dem Weg, den Jesus ging und auf dem auch wir ihm folgen sollen. Glauben und Vertrauen zu einem Menschen brauchen eine Entwicklungszeit, die immer herausfordernd bleibt.
Am Verhalten der Jünger Jesu, wie es in der Bibel steht, wird uns aufgezeigt, wie sehr sie mit ihren menschlichen Schwächen und Eigenarten zu kämpfen hatten:
Wir haben die ganze Nacht nichts gefangen, sagten die Fischer.
Wir haben für die Vielen nichts zu essen, sagten seine Jünger.
Den schreienden Blinden wollten sie zum Schweigen bringen und gewisse Krankheiten konnten sie nicht heilen.
Bei Jesu Gefangennahme machten sie sich aus dem Staub und Petrus verleugnete Jesus mehrmals.
Lieber den Mund halten, wegschauen, einer Auseinandersetzung aus dem Weg gehen- das ist einfacher. Wir arrangieren uns, um uns Schwierigkeiten zu ersparen. Wer erinnert sich noch, welche negativen Reaktionen die päpstlichen Friedensappelle bei den aktuellen Konflikten auslösten? Gewaltherrschaft über andere Menschen kann weltliche, aber mitunter auch religiöse Verkleidungen tragen.
Jesus hat uns miterleben lassen, wie er mit solchen Versuchungen umgegangen ist. Selbst im Ölberggarten hoffte Jesus, dass der Kelch an ihm vorübergehen möge. „Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Jesus wurde nicht gezwungen, es war sein freier Wille, das Leiden und den Todeskampf auf sich zu nehmen.
Kampflos geht es nicht. Wir müssen Stellung beziehen, unsere Überzeugung kundtun, wir werden früher oder später auch unser persönliches Kreuz zu spüren bekommen… Aber wir sind nicht alleine: so wie Jesus haben auch wir den liebenden Gott bei uns, in uns.
