Palmsonntag: Auch vom Tod Jesu erzählen – nichts für Kinder?

Alle Jahre wieder erinnern uns die fröhlichen, bunten Palmbuschen an den Moment, als Jesus unter dem Jubel der Menschen in Jerusalem einzog – eine Freude für uns alle, gerade auch für die Kinder.

Und doch stehen wir da am Beginn der Karwoche, der Weg nach Jerusalem führt Jesus ans Kreuz. Jesus war gewarnt worden: „Geh nicht nach Jerusalem!“ Die Stadt des Tempels, das Machtzentrum der römischen Provinz, unmittelbar vor dem Paschafest, das war eine explosive Mischung. Jesus weiß das – spürt, was ihm bevorsteht. Deshalb wird schon am Palmsonntag im Gottesdienst erstmals die Passion, die Leidensgeschichte Jesu, erzählt.

In unserer Marienkirche bringen wir seit langem diese Geschichte jedes Jahr in einer neuen, anderen, aktuellen Form zur Darstellung. Heuer wird in einer sehr einfachen, ruhigen und gefühlvollen Weise der biblische Bericht nacherzählt und übersetzt in Musik und Bewegung von Menschen mit Lichtern, die Jesus und seine zwölf Jünger symbolisieren: Sie erzählen von Gemeinschaft und Verlassenheit, von Angst und Vertrauen, Hingabe, Liebe und Tod – und schließlich vom Licht der Auferstehung.

Das rührt an unsere eigenen Erfahrungen, berührt, weil es auch von unserem Leben erzählt – und ein Stück weit von dem, was auch Kinder schon beschäftigen kann. Die Musik, die Bewegung der brennenden Lichter gehen zu Herzen, selbst ohne alle Worte. Am Ende sind (nicht nur) die Kinder eingeladen, ebenfalls kleine Lichter vor den Altartisch zu stellen.       

Meinrad Winge

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