Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Was fällt mir rasch dazu ein: Umweltzerstörung, Klimawandel, Kriege, Unterernährung, Armut. Viele dieser offenen Wunden werden nicht einmal (an)erkannt, weshalb sie so lange auf Versorgung warten müssen.
Manchen Menschen steht das Wasser bereits bis zum Hals, und trotzdem reden Verantwortungsträger von Übertreibungen im Sinne von Panikmache.
Viele Zeitgenossen leiden unter seelischen Nöten, die nur halbherzig ernstgenommen werden. Die gesellschaftlichen Ursachen solcher Krankheitszustände bleiben unerwähnt.
Wie zerstörerisch Habgier und Neid, Völlerei, Wollust und Abhängigkeiten sein können, das wissen Therapeuten. Der Hochmut, die Trägheit und der Zorn beeinträchtigen viele zwischen-menschliche Beziehungen.
Diese negativen Haltungen (früher als Todsünden benannt) finden sich bis heute in allen Gesellschaften. Jährlich strömen tausende Zuschauer zum Salzburger „Jedermann“, um wie im Spiegel eine personifizierte Sündhaftigkeit mit letztlicher Einsicht und Reue mitzuerleben.
Jesus kümmerte sich seinerzeit um Menschen, die mit Verletzungen oder Krankheiten bei ihm Hilfe suchten. Jesus predigte Versöhnung, er war barmherzig und vergebungsbereit.
Mit seiner Haltung war er ein Friedensbringer.
Jesus hat uns seinen Umgang mit Hilfsbedürftigen vorgezeigt: vorbehaltlos und ohne Vorbedingungen. Er war achtsam, aufmerksam und respektvoll. Und er achtete die freie Entscheidung dieser Menschen. Päpste waren zuletzt immer Stimmen für echten Frieden, sie traten für Gewaltverzicht und gegen Machtmissbrauch ein. Als Nachfolger Christi sind wir aufgerufen, in unserem Lebensbereich den verwundeten Mitmenschen mit unseren Möglichkeiten beizustehen.
