Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Samstags kaufen wir oft am Bauernmarkt frisches Obst und Gemüse. Die Auswahl fällt uns nicht immer leicht. Virtuelle Marktplätze bieten gleichfalls Unmengen an Nötigem und Unnotwendigem an. Das reicht bis zu Esoterischem, Ideologischem oder Spirituellem.
Die Versuchung ist dabei groß, mit wenig Wissen bedeutsame Entscheidungen zu treffen.
Naheliegend ist immer das Sichtbare, Unmittelbare und Augenblickliche. Das Notwendige, Dringende oder Gesundheitsförderndes werden gleichfalls berücksichtigt.
Was ist für meine Lebensgestaltung wirklich wichtig?
Jesus kommt oft mit Menschen ins Gespräch. Er lernt die Spannweite der Lebensziele seiner Gesprächspartner kennen. Viele wollen Jesus kennenlernen, weil sie teils Sensationelles über ihn gehört hatten.
Danach erschien so manchem Zuhörer das eigene Leben plötzlich in einem völlig neuen Licht. Losgelöst von bisherigen Begierden, Bedürfnissen und Ansprüchen verspürten Menschen eine Befreiung, eine neue Freiheit.
Nicht das Haben, der Besitz sind wichtig, sondern das Sein- wie man zu sich selber und gegenüber anderen Menschen ist. So betrachtet, bekommt das Leben plötzlich einen erweiterten Horizont.
Jesu Predigten umfassten nicht nur Alltägliches, sondern ganz besonders das Leben der akut oder chronisch Kranken, der Ausgestoßenen, Schuldbeladenen, und vieler, die ihre innere oder äußere Freiheit verloren hatten.
Wer Jesus zugehört hatte, der machte sich bewusst Gedanken über Armut, Krankheit, Trauer oder Einsamkeit.
Wem selbst Barmherzigkeit geschenkt wurde, wem verziehen wurde, der kann dann viel eher seine Großzügigkeit gegenüber anderen zeigen. Wer beschenkt wird, kann selber schenken. Die Qual der Wahl bleibt uns. Ohne Vertrauen zu Jesus werden wir keine Beziehung zu ihm aufbauen können. Er liebt uns und er wartet, dass er uns beschenken kann…
