Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Das Thema Genuss durchstreift alle Lebensbereiche. Die einen genießen Musik, andere wieder delektieren sich an Gemälden. Wie herrlich kann die Sprachmelodie von Schauspielern sein?
Auch Gaumenfreuden gehören bei manchen Reisen zum Fixprogramm. Haubenköche beweisen den Gourmets ihre Exzellenz…
Allerdings gibt es noch andere genussvolle Momente, welche völlig kostenlos im Alltag bereichern können wie z.B. stimmungsvolle Plätze, duftende Sträucher, liebevoll gestaltete Auslagen.
Es können auch Begegnungen sein, bei denen augenblicklich Offenheit und Freude spürbar werden.
Allerdings werden nicht immer Zeichen der Höflichkeit beantwortet, nicht immer findet das freundliche Wort Resonanz, nicht immer passen die emotionalen Wellenlängen zusammen. Das entspricht durchaus dem Rahmen unserer Einzigartigkeit.
Umso erfreulicher sind die Momente, wo ein Funke springt, wo Grenzen durchgängig werden oder
wenn die Geste, ein Blick, das Wort ungeplant, unerwartet ein Herz öffnet.
Mich fasziniert die Großzügigkeit, die Güte, die Barmherzigkeit von Menschen. Quer durch die Geschichte wird von solchen Menschen berichtet, welche auch ohne religiöse Etikettierung das zwischenmenschliche Alphabet beherrschten.
Natürlich komme ich auf Jesus zurück, der eine dieser Lichtgestalten war. Seine Glaubwürdigkeit nährte das Vertrauen der Leidgeplagten, welche bei ihm Heilung erhofften.
Soweit berichtet, achtete Jesus auf die Natur, die Jahreszeiten, vor allem auf die Menschen seines Lebensbereichs. Er sah das Schöne, bemerkte die Vielfalt, und er schätzte die Menschen.
Ich bin mir sicher, dass Jesus kein muffiger Typ war. Da er keiner religiösen Gruppe angehörte und auch kein Funktionsträger war, konnte er in seinen Reden frei darlegen, wovon er überzeugt war und was er begründet ablehnte. Es kann sehr lohnend sein, sich persönlich mit der Jesusgeschichte zu befassen.
