Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

In der jüngeren Vergangenheit wurden wir gehäuft mit ungehörigen menschlichen Eigenschaften konfrontiert, die scheinbar eine gewisse „Salonfähigkeit“ erreichen wollen.
Unter dem Schein und auch „Segen“ hat sich eine menschenverachtende Sprache ausgebreitet, deren zerstörerischer Wirkung man unbedingt Grenzen zeigen muss.
Überfallen, vernichten, ausnützen sind allesamt Negativ-Begriffe, welche auf Kosten Anderer persönliche Vorteile erhalten wollen. Auch wenn diese Haltung Sympathisanten findet, so bleibt ein derartiger Umgangston grenzwertig, oder wie zuletzt sogar betitelt: widerlich.
Scheinheiligkeit will Unmenschlichkeit übertünchen.
Wenn der Sprachverlust soweit fortgeschritten ist, dass neben Prahlerei nur mehr Aggression den Weg ins Wort findet, dann sollten wir sehr achtsam werden.
Wie war Jesus? Wie war sein Verhalten, wie sein Umgangston?
Jesus wich seinen Kritikern nicht aus, er stellte sich den Diskussionen mit seinen Gegnern.
Wo Unrecht war, so benannte er es, und die Scheinheiligkeit entlarvte er. Lieblosigkeit und Unbarmherzigkeit begegnete er mit Zuwendung und Barmherzigkeit.
Jesus war friedliebend, aber er achtete auf Gerechtigkeit und Respekt. Jesus begegnete den Mitmenschen vorbehaltlos und vorurteilsfrei und er war vergebungsbereit.
Wir alle können dazu beitragen, dass ein Miteinander nicht nur zivilisiert, sondern auch menschenfreundlich möglich ist.
