Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Sicher habt ihr schon bemerkt, dass ich bei allen Themen irgendwann die Kurve zu Jesus nehme. Nach meinem Verständnis sind viele biblische Themen zeitlos aussagekräftig.
Heute will ich einen Aspekt von Jesus hervorheben, mit dem wir in unserem Denken und in unserer Alltagserfahrung schwer zurechtkommen.
Ganz ehrlich, wer kann Jesu Barmherzigkeit und sein Verzeihen ohne jede Vorbedingung akzeptieren und in sein eigenes Leben übernehmen?
Jesus wurde von vielen Menschen mit einer belasteten Vorgeschichte aufgesucht. Nicht alle bringen es auch über ihre Lippen, was Jesus bei der Begegnung mit ihnen oft anspricht. Wer erzählt schon freiwillig einfach so persönlich Peinliches, Ungehöriges oder Tabuisiertes, wer berichtet vom eigenen, vielleicht verletzenden Fehlverhalten?
Jesus konnte in die Herzen blicken und er konnte punktgenau die Fesseln des jeweilig falschen Verhaltens erkennen und lösen. Erleichtert und befreit konnten diese Menschen weiterleben. Jesus benannte die Schuld und er vergab sie, mit dem Auftrag, es von nun an besser zu machen.
Jesus, der uns seine Gegenwart zugesagt hat, er vergibt bis heute allen, die sich vertrauens-voll an ihn um Hilfe wenden.
Doch so wie wir uns oft sträuben, eine Verzeihung auszusprechen oder diese anzunehmen, so geht es uns auch mit Jesus. Wenn wir doch sein sehnsüchtiges Warten spüren könnten, seine Großzügigkeit und Barmherzigkeit, dass er uns trotz unserer Ausrutscher, unserer Lieblosigkeiten auch annimmt!
Jesus will uns immer beschenken.
Diese Großzügigkeit könnten auch wir zu leben versuchen- vermutlich finden wir durchaus Gelegenheit dazu…
