Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Welche Resonanz bewirken die jährlich weihnachtlichen, österlichen oder pfingstlichen Festtage in meinem christlichen Alltag? Halten diese sich wiederholenden Gesänge, Zeremonien, Texte nur eine Erinnerung wach oder beleben sie meinen Lebensstil?
Viele Kulturveranstaltungen lösen beachtliche Publikumsreaktionen aus – begeistert oder ablehnend.
Reaktionen gab es auch, als Jesus umherzog und Gutes tat. Es waren tröstende Worte, es waren heilsame Taten, durch die der Menschensohn seine göttliche Macht sichtbar machte. Viele Menschen wollten ihn sehen und hören, weil er wie einer sprach, der Macht hatte. Sie staunten, waren beeindruckt, vielleicht auch irritiert und erzählten all das weiter, was sie erlebt hatten.
Unsere Gottesdienste sind weder Show noch Konzert, sondern sie sind Feierlichkeiten. Die Texte, Riten und Zeichen wollen uns in einer mehr oder weniger verständlichen Art ansprechen, aufrütteln, verwandeln und begeistern. Musik kann dabei belebend sein.
Wir versammeln uns um den Tisch des Herrn – nicht nur passiv anwesend- sondern um offen und bereit Gottes Wort und seinen Leib und sein Blut zu empfangen.
Wir erleben Unglaubliches: die Kommunion (=Gemeinschaft) mit dem lebendigen Gott durchdringt und verwandelt uns. Erschütterung. Begeisterung. Dankbarkeit….
In dieser Vereinigung erfüllt uns die Kraft Gottes, die jede Angst nehmen kann.
Jesus kann mir die Augen öffnen, mich mein Leben besser verstehen lassen, er kann mich in Bewegung versetzen.
Zugegeben, ich bin immer wieder in Gedanken woanders, bin nicht immer voll beim Geschehen des Gottesdienstes dabei, wenn die ganze Gemeinde bittet und dankt.
Aber ich weiß, dass Jesus auch unsere Aufmerksamkeitsdefizite kennt.
Bringen wir wenigstens die verbleibenden Reste unserer Begeisterung zu unseren Familien, zu Freunden und Bekannten. Wir können nicht perfekt sein- aber glaubwürdig und verfügbar für alle, denen wir begegnen.
