Gedanken zum Nach.denken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Beim Blick auf die Tagesnachrichten sehen wir die „Baustellen“ in unserer Gesellschaft. Die vorhandene Wirklichkeit erscheint manchmal gar nicht so arg, dann wieder wirkt sie ziemlich schlimm. Kann man ohnehin nichts machen, oder muss sofort etwas geschehen?
Krankt es vielleicht daran, dass jeder mit seiner eigenen Sicht, seiner eigenen Meinung sofort eine entsprechende Öffentlichkeit für sein Anliegen fordert? Wer hört zuvor den Anderen zu, prüft die Argumente und versucht, für ein wichtiges Anliegen die vorhandenen Kräfte zu bündeln? Speichelleckerei kann Sachlichkeit verdrängen. Macht sucht keinen Konsens.
Die Monologe aus den sogenannten Zentren der Macht verweigern ernsthafte Gesprächsbereitschaft. Was dort im Großen passiert, ereignet sich unzählige Male in Kleinen, mitunter in den eigenen vier Wänden.
Offene Dialoge ruhen auf einer Bereitschaft des gegenseitigen Anhörens, des gegenseitigen Respekts und auch des gegenseitigen Vertrauens.
Es ist beeindruckend, welche Brücken sich zur Bibel herstellen lassen. Für mich ist eine zentrale Jesusfrage an Hilfesuchende: WAS WILLST DU, (dass ich dir tue)? Sag es mir!
Jesus fragt auch uns, weil ihm die persönliche Begegnung mit unseren persönlichen Anliegen wichtig sind.
Weiß ich immer, was ich wirklich will? Sind es körperliche Schwächen, die ich loswerden möchte? Sind es schlechte Angewohnheiten, die mich stören und von denen ich mich befreien will? Oder fehlt es mir vielleicht an Vertrauen, Vergebungsbereitschaft, an Zuwendung oder Respekt?
Jesus kennt dich und mich, er weiß, woran es bei jedem einzelnen von uns hapert.
An manchen unserer Schwächen können wir arbeiten, mit anderen Eigenarten müssen wir leben und sie annehmen. Aber: Jesus schenkt uns die Kraft des Bemühens, des guten Willens.
Er hilft uns auf, wenn wir (wieder) stürzen, er tröstet, wenn wir entmutigt sind, …er ist bei uns.
