EIN NEBELIGER TAG

Meditative Gedanken von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat.

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Bei unserer Ankunft in Kärnten lagen die Karawanken in strahlendem Sonnenlicht vor uns. Am nächsten Tag brachte der Wetterumschwung Regen und Nebel.

In kürzester Zeit waren Berge, Ortschaften für uns unsichtbar. Wir wussten, dass in dieser Nebelzone die Landschaft sehr wohl existierte, weil wir sie gesehen hatten. Bei diesem Wetter bleibt Zeit zum Nachdenken. Es gibt also etwas, was zwar vorhanden ist, aber für mich vorübergehend nicht sichtbar ist. Wenn ich dazu persönlich keine Erfahrung, keine Erinnerung habe, muss ich solchen Erzählungen glauben- oder nicht.

Jesus, der menschgewordene Gottessohn, kannte die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft. Jesus sprach deshalb oft in Bilder und Gleichnissen, damit seine Zuhörerschaft seine Botschaft leichter begreifen konnte. Niemand hatte eine Erfahrung mit dem Himmel oder mit dem göttlichen Vater, ebenso unvorstellbar waren das himmlische Gastmahl oder die himmlischen Wohnungen. Manchmal habe ich das Gefühl, bei diesen biblischen Geschichten wie vor einer Nebelwand zu stehen. Jesus spricht von Ereignissen, die ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, aber er lädt mich ein, ihm seine Vorankündigungen zu glauben.

Jesus hat mit zahlreichen Heilungen und Wundern seine Liebe und Aufmerksamkeit für die bei ihm Hilfesuchenden vorgelebt. Wie weit ist die ses beispielhafte Leben Jesu heute auch für mich so glaubwürdig, um ihn nachzuahmen?

Nebelige Tage sind eine Herausforderung für meinen Glauben. Mit Zuversicht und Hoffnung vertraue ich auf bessere Aussichten und Einsichten.

Bild: Kath. Kirche Kärnten

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