MITLEID – EINE FRAGE ZUM NACHDENKEN

Wöchentlich wird auf die web-site ein kurzer Beitrag zum Nachdenken und Weiterdenken gestellt. Verfasst von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange (aus Mk 6, 34ff). Jesus hat hingeschaut, hat sich in die Leute hineinversetzt. Er war berührt und hat die Initiative zur Versorgung seiner Fangemeinde ergriffen. Seinen Jüngern wäre es sympathischer gewesen, die Leute wegzuschicken- unter dem Motto: Eigenverantwortung.

Heute klingt es so: Jö, die Armen, Pech gehabt, selber schuld, dass sie nichts zum Essen mitgenommen haben. Wer ist nun zuständig? Ist Mitleid nur ein Job für bezahlte Beauftragte, für Profis?

Wenn wir an Christus, seiner Botschaft und seinem Beispiel wirklich glaubten und diesen Auftrag auch ernst nähmen, wüssten wir, dass Gleichgültigkeit gar nicht geht. Klingt vorwurfsvoll- ist es auch, weil ich mich auch selber oft beschämt dieser Frage stelle. Zur Erinnerung sei`s gesagt: Gott hat uns aus MITLEID seinen Sohn geschickt, um uns zu heilen, zu erneuern, um uns die Frohbotschaft zu bringen, um uns den Himmel zu eröffnen. Er musste nicht, er wollte es für uns.

Zuwendung 2021- mit Blick auf Naheliegendes – ohne Fernrohr.

Es gibt heute in unserem näheren Umfeld sicherlich Menschen, denen auch wir unsere Aufmerksamkeit zuwenden könnten. Kann uns Jesus dazu noch motivieren? Vielleicht haben wir vereinsamte Verwandte oder Bekannte, chronisch Kranke mit ganz unterschiedlichen Behinderungen, denen immer wieder einmal ein gutes Wort, ein Telefonat, eine helfende Hand Freude schenken würde (trotz und neben dem Lockdown). Mit Blick auf Jesu Leben und Sterben greif ich zum Telefon und mache den ersten Schritt.

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