Meditation: „Am Tisch des Herrn“

Beitrag zur sonntäglichen Eucharistie: „Am Tisch des Herrn“

Von Alfred Dietmaier, pens. Arzt und Pfarrgemeinderat

Wie relevant ist diese Abendmahlgeschichte in der Bibel und heute beim Gottesdienst für mich? Diese Gemeinschaft musste damals durch eine starke Beziehung untereinander zusammengehalten worden sein. Es war ein Festessen, einfach und traditionell, ein Beisammensein mit allerdings bedeutsamen Überraschungen für Jesu Freunde.

Wie mag die Stimmung zu Beginn gewesen sein, wie entwickelte sich dieses Treffen an diesem Abend in Jerusalem? Etliche hatten ihren Kopf noch voll mit anderen Dingen.  Mit der Fußwaschung hatten die Freunde Jesu überhaupt nicht gerechnet, denn das war ein „Sklavenjob“. Jesus wollte ein eindringliches Zeichen für den Umgang miteinander hinterlassen, an das sich seine Jünger bis zum heutigen Tag erinnern sollten. Gott WILL unser Diener sein.

Beim Essen hatte bereits das Ungewöhnliche begonnen. Die Danksagung war allen bekannt, doch nach dem gewohnten Anfang setzte Jesus ein besonderes Zeichen: er gab Brot und Wein plötzlich eine symbolische Aufladung.  Diese Art des Brotbrechens und Weintrinkens sollte von nun an bei jedem Beisammensein einer Jesusgemeinschaft seine Gegenwart beleben. Was hatten die Jünger Jesu an diesem Abend tatsächlich verstanden? Waren sie von dem außergewöhnlichen Geschehen berührt oder total durchdrungen?

Tröstlich für mich: auch ich erfasse die Kraft dieses Geschehens – die Präsenz Gottes in unserer Mitte – nicht automatisch und hoffe von einem Mal zum andern darauf, dass mich Gottes Geist seine Gegenwart auch erkennen und spüren lässt. Der lebendige Christus versammelt uns.

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